17. November 2008

2 Tage in Niebüll

Mutti und Papa holten mich dann ab in Stade, und wir fuhren weiter nach Nordfriesland.

Am Fähranleger in Glückstadt begrüsste uns die Entenparade:





In Husum haben wir uns das erste Krabbenbrötchen gegönnt. Den Fisch haben wir in den nächsten Tagen so und so noch genossen, es gibt immer einige "Pflicht"-Essen, wie frische Matjesfilet und Scholle.

Am 16. September haben wir eine Radtour gemacht durch die Köge nach Dagebüll ans Meer. Ist der Aufenthalt in Niebüll auch noch so kurz, einmal muss man ja zur "Bude", das Badehäuschen der Familie. Und es gab noch eine abgehärtete Frau, die im Wasser war - uns war es schon deutlich zu kalt, brrrh.
Ein besonderes Erlebnis war für mich der plötzliche Ruf: "Weg von den Schienen, die Lore kommt." Von Dagebüll gibt es Schienen rüber zur Hallig Oland, sie werden gerade erneuert, und auf dem alten Schienenstrang kam die Lore angedüst. Und ich kann mich nicht erinnern, jemals die Lore gesehen zu haben, trotz all der Ferien, die wir im Norden vebracht haben.

Und am 17. September haben wir den 99. Geburtstag von Oma mit ihr im Altersheim gefeiert. Es war ein richtig schöner Tag, Oma war gut gelaunt und richtig fit, so dass wir alle den Tag fröhlich und mit viel Lachen geniessen konnten.

15. November 2008

Ein Rückblick auf September

Ich sitze hier auf einem langweiligen Kongress und habe die Fotos von Deutschland mal wieder genossen und mich erinnert. So dass ich euch ja auch mitleben lassen kann.

Im September konnte ich wegen einer Tagung der lateinamerikanischen Händler nach Deutschland reisen, und fast noch zwei Wochen Urlaub anhängen. Für mich war es ein ideales Datum, da Oma am 17. September 99 Jahre alt wurde, ich dabei sein konnte und somit auch wieder mal nach Niebüll kam.

Anke war zu diesem Zeitpunkt noch hochschwanger. Da ich ja auch zum Zeitpunkt der Geburt von Flora in Deutschland war, frotzelten wir schon, dass sie sich mit der Geburt beeilen muss, damit ich sie noch miterlebe, denn Termin war 2 Tage nach meinem Abflug. Ich habe Jona aber nicht mehr kennengelernt, denn er wurde geboren, als ich im Flieger nach Madrid sass, schon auf dem Heimweg nach Chile.





Bilder von meiner Reise in den Norden Deutschlands:
Auf dem Weg nach Niebüll habe ich Zwischenstation in Stade bei Gaby, Peter, Svenja und Erik gemacht. Wir hatten uns schon einige Jahre nicht mehr gesehen, so dass wir die Tage genossen haben, mit:














Einem Strandspaziergang in Cuxhaven















Lecker Eis - gell, Erik??














Einem Segelrundflug über Stade und der Elbe - leider mussten Erik und Svenja unten bleiben, Erik ist noch zu jung als Pilot.



Für mich wurde es dann allerdings Ernst und ein schönes, wenn auch kurzes Erlebnis, denn die Thermik war nicht gut.



























Telleressen????









30. Juni 2008

Unser Wasserreservoir

Unsere Lagune im Condominio, offiziell das Reservoir für die Bewässerung der Pflanzen und Bäume, in Zukunft eventuell auch mal "schiffbar", hat auch noch keine Fische, aber eigentlich fehlt nur die Parkbank.

26. Juni 2008

Und schon wieder sind drei Wochen rum

Ich habe mein Auto dann zu meinem Geburtstag bekommen, was natürlich ein Bomben-Geschenk an mich selbst war. Somit hatte es dann auch schon sein Nummerschild, und ich bin jeglicher Diskussion aus dem Weg gegangen, dass man zwar ohne Nummernschild fahren darf, jedoch sich auf den gebührenpflichtigen Autobahnen nicht von der Polizei erwischen lassen darf, da das Auto ja von den automatischen Mautstationen ohne Nummernschild nicht erfasst werden kann. D.h, die Autobahngesellschaft kann einem keine Rechnung schicken. In der chilenischen Realität fahren zwar fast alle neuen Autos ohne Nummernschild auf der Autobahn, da ja die Polizei so und so nicht kontrolliert, aber ein Strafzettel wäre noch ein schöneres Vorgeburtstagsgeschenk gewesen.

Das Auto ist ein Subaru New Impresa 1.5, knallrot, hat einen Boxermotor und ständigen 4-Rad-Antrieb, 107 PS, und er gefällt mir sehr gut. Vor allem auf ungepflasterten Strassen ist er sehr laufruhig. Und ich muss immer aufpassen, dass ich nicht zu sehr über die 120 km/h herausschiesse, die hier auf der Autobahn erlaubt sind.


Am 14. Juni haben wir meinen Geburtstag mit ca. 12 kg Fleisch auf dem Grill, Kartoffelgratin und vielen Salaten gefeiert. Wir hatten herrlichstes Wetter, und da ich schon ab mittags eingeladen hatte, konnten wir den ganzen Nachmittag im T-shirt draussen verbringen. Ab 17:00 Uhr wird es dann aber schnell richtig kalt, ab 6 Uhr ist ja auch dunkel, woraufhin nur noch einige Gäste noch blieben. Diesmal habe ich mir auch den Luxus erlaubt, das Carmen mir mit dem Abwasch und hin- und herräumen geholfen hat, denn sonst ist eine solche Fete als alleinige Gastgeberin doch anstrengend.
Meine Beschäftigung am letzten Wochenende habe ich schon Eike erzählt, ich werde sie einfach wiederholen:

Ich habe am Wochenende mit meiner Speisekammer gekämpft, d.h. ich habe die Regale angebracht. Da wir ja Ytong-Wände haben, hatte mir Beate Anfang des Jahre spezielle Fischerdübel mitgebracht, die man, wenn man das Loch gebohrt hat, noch mit dem Hammer reinschlagen muss, damit sie sich in dem weichen Material verhaken. Tja, entweder ist frau sehr schwach (mir tat der Arm schon nach einem Dübel weh) oder die Ytong-Wände sind hier härter, da sie ja wegen der Hitze + Erdbeben eine andere Zusammensetzung haben als in Deutschland. Auf jeden Fall habe ich fünf von acht Dübeln reinbekommen, und in die anderen Löcher dann doch normale Dübel gesteckt. Und von den fünf Fischerdübeln waren 2 scheinbar nach innen hin so verformt, dass ich hinterher die Schraube nicht ganz reindrehen konnte.
Das Resultat: Das Regal hängt, sieht gut aus, ich musste jedoch die Wand mit Spachtelmasse und Farbe retouschieren, damit man die verfehlten Hammerschläge nicht mehr so sieht ! :-) Und ... ich werde für die Weinflaschen doch ein Regal kaufen, dass ich unter das unterste Brett schieben kann.

Ansonsten hatte ich Besuch von der Behörde für das Abwasser (die das Abwassersystem abgenommen hat), vom Gaslastwagen (da ich kein Gas mehr hatte und schon mit meinem gusseisernen Ofen heizte), von einer Freundin (mit der ich schön gekocht und gut gegessen habe) und von einer angehenden Landschaftsgärtnerin + einem Rasenspezialisten. Diese beiden wollen mir einen Kostenvoranschlag für meinen Garten machen. Über Langeweile konnte ich mich nicht beklagen! Puh!

Den Kostenvoranschlag für den Garten rund ums Haus habe ich auch schon bekommen. Und es ist finanzierbar, so dass ich wahrscheinlich am Sonntag noch einmal die Einzelheiten abklären werde und dann wohl bald tatsächlich Rasen um das Haus haben werde (neben anderen Pflanzen). In einer zweiten Phase werden dann der vordere Teil des Grundstückes und die Obstbaumplantage drankommen.

Bis bald!

4. Juni 2008

Anfang Juni

Der Ort Chaitén und die Gegend 50 km um den Vulkan sind immer noch evakuiert, die Einwohner dürfen erst in zwei Monaten wieder zurück. Inzwischen hat sich die Asche mit Regen vermischt, und es sollen auch einige Häuser vom Waser weggespült worden sein.

Laut Wikipedia ist übrigens erst 1994 festgestellt worden, dass der "Hügel Chaitén" ein Vulkan ist, der dann Chaitén genannt wurde. Ich nehme an, das erklärt, warum er so schwer auf der Landkarte zu finden ist. Er liegt nur 10 km ausserhalb des Ortes Chaitén, der ca. 4000 Einwohner hat(te).

Auch in Santiago ist der Regen eingezogen. Alle Befürchtungen, dass wir nach schon zwei "trockenen Wintern" wieder einen trockenen Winter bekommen würden, sind damit vom Tisch. Und heute durfte ich dann auch schon über die üblichen Pfützen springen, und beim Autofahren aufpassen, den Fussgängern keine Dusche zu verpassen. Es ist nicht überall so schlimm wie auf diesem Foto, aber es ist real.

Mein Haus ist bisher dicht, mit der Zentralheizung auch angenehm warm (welch Luxus hier!). Gestern haben mir beim Heimkommen die Hunde mit ihren ach so trockenen Pfoten die ganze Hose eingesaut, die somit in der Waschmaschine landen wird. Heute habe ich vorgebeugt und werde am Tor meine Regenhose anziehen! Wahrscheinlich eine gute Idee, da es heute deutlich mehr geregnet hat. Zwischen Ricardas und meinem Haus können wir uns auch nur noch in Gummistiefeln bewegen, die Matschbrocken bleiben so richtig schön an den Stiefeln hängen, und die wiegen dann .... tja, das Landleben ist schon unterhaltsam!

Und die Berge sind natürlich schon herrlich weiss. Bisher war es aber noch nicht wieder richtig sonnig und klar, um eines der Traumfotos mit den schneebedeckten Anden zu schiessen.


Seit dieser Woche ist es im Büro auch etwas ruhiger. Wir haben letzte Woche unseren grossen Kongress hinter uns gebracht - 4 Tage Stress und immer erst um Mitternacht zu Hause. Und am Freitag auch noch Smogalarm, meine Autonummer endet mit "1", die Zahlen 1 und 2 waren zum Fahren gesperrt zwischen 7:30 und 21:00 Uhr. D.h., ich musste am Freitag vor 7:30 Uhr im Büro sein. Das war mir so gerade das richtige "Heimkommgeschenk" donnerstags nachts, als ich es im Radio hörte. Samstag nacht war nach dem Abbau Ende, und am Sonntag bin ich um 11:30 Uhr aufgewacht. Ich weiss nicht, wann mir das das letzte Mal passiert ist, dass ich so lange durchgeschlafen habe.

Und die gute Nachricht dieser Woche: Ich kratze gerade mein Geld zusammen, denn ich werde mir zum Geburtstag ein neues Auto "schenken". Bzw. schenke müssen, da mein Auto in letzter Zeit zu gerne in der Werkstatt ist. Mal sehen, ob es klappt, dass ich es am Samstag schon kriege. Dann stelle ich es euch vor (mehr wird noch nicht verraten). Die Gebrauchtwagenpreise sind hier übrigens immer wieder ein Hammer. Ich bekomme für meinen 5 Jahre alten Corsa (brasilianische Fertigung) noch 50% des Neukaufpreises - und das vom Autohändler, der den Corsa in Zahlung nimmt.

5. Mai 2008

1300 km südlich von Santiago

Am letzten Freitag ist der Vulkan Chaitén ausgebrochen, nach 400 Jahren ohne Aktivität, und hat eine 20 km hohe Aschesäule ausgestossen. Er liegt im nördlichen Teil von Patagonien, betroffene Orte sind Chaitén und Futaleufú (wo Anke, Stefan und ich auf unserer Carretera Austral-Tour waren). Beide Orte sind mit einer dicken Ascheschicht zugedeckt, der Grossteil der Einwohner wurde evakuiert, Fotos zeigen die Menschen nur mit Atemschutzmaske, die Gegend ist Katastrophengebiet erklärt worden.
Einige Bilder:







28. April 2008

Ende April


Es ist hier endgültig der Herbst eingezogen, und ich habe am vergangenen Samstag die Heizung angemacht. Seitdem bin ich "die glücklichste Frau auf Erden" - was es so ausmachen kann, wenn endlich mal die Wohnung nicht kälter ist als die Luft draussen. Ich war das gar nicht mehr gewöhnt und fing schon wieder an, den Fleece anzuziehen, wenn ich ins Haus hineinging (statt umgekehrt).

Ich habe einige ereignisreiche Wochen hinter mir mit viel Arbeit, neuen Aufträgen, Organisation einer Vortragsserie eines deutschen Zahnarztes; die nächsten Wochen bis Ende Mai wird es noch vollbeschäftigt weitergehen.

Inzwischen bin ich auch Präsidentin unseres Condominios (der Wohnanlage), zum Glück mit einigen Mitstreitern im Direktorium. Aber nur so lernt man die chilenischen Eigenheiten und Rechtsprechung am besten, und es macht Spass, ein solches "Unternehmen" zu betreuen.

Aber ich geniesse mein "Landhaus", morgens haben wir schon oft Nebel, aber zur Zeit noch das Glück, im Hellen zu fahren. Vor der Zeitumstellung war es schon echt übel, im Dunkeln loszufahren. Und bald ist es wieder soweit.

Ein Gewitter hatten Ricarda und ich ja schon erlebt - ohne Schäden am Haus -, und es gibt hier wirklich kaum Gewitter. Und gestern abend hat es heftig gestürmt, so dass ich nachts noch die Blumentöpfe in Sicherheit gebracht habe. Aber es hat endlich geregnet, was der Luftqualität sehr zugute kam.

Ich schicke euch noch ein Foto von einer Mitbewohnerin meines Grundstücks, zum Glück nicht des Hauses !! Ema schaute sie auch neugierig an, aber traute sich nicht dran.


Bis bald mal wieder !