30. Dezember 2008

Ohne Rücksicht auf Verluste

Heute musste ich einmal herzlich lachen. Es gibt einen Tunnel, den Tunnel San Cristóbal, der die Stadtteile Huechuraba und Providencia miteinander verbindet. Für uns ideal, da er die direkteste Verbindung vom Büro zur Autobahn ist. Dieser Tunnel ist seit ein paar Monaten vom Süden in den Norden (Providencia nach Huechuraba) eröffnet, die Gegenrichtung musste warten, da die Zubringerstrasse und -brücke erst gebaut werden mussten. Dann waren Strasse und Brücke fertig, es wurden an die Autofahrer Pläne der Verkehrsführung verteilt. Alles prima. Nur, es gab ein Linksabbiegerverbot vor dem Tunnel, das die Chilenen grosszügig übersehen haben, da ja noch kein Gegenverkehr aus dem Tunnel kam (Nord-Südrichtung). Logisch, warum auch einen Bogen von einem Kilometer fahren, wenn es auch so geht?
Tja, und heute wurde die Gegenrichtung eröffnet. Und die Polizei schickte gnadenlos alles Autos, die unerlaubt links abbiegen wollten, geradeaus weiter durch den Tunnel. Dieser ist 1,8 km lang, kostet Autobahngebühr (zum Glück nicht viel), und dann muss man ja wieder zurück, um seinen ursprünglichen Weg wieder aufzunehmen. Pech gehabt!

27. Dezember 2008

Verbrannte Erde

Und gestern hatten wir einen anstrengenden Nachmittag im Cobijo.
Ich kam vom Supermarkt zurück und sah einen Brand am Rand eines Grundstückes, das an der Grenze des Condominios liegt. Nachdem wir merkten, dass das Feuer nicht mehr zu löschen ist, sondern sich durch das trockene Gras (laut Feuerwehr hat dieses Unkraut ein Öl an sich, das wie Benzin wirkt) und den Wind schnell ausbreitete, haben wir die Feuerwehr gerufen. Die "Stadtsicherheit" war rasend schnell da, machte sich ein Bild, um dann die Feuerwehr leiten zu können, als diese kamen. Und es war höchste Eisenbahn, denn das Feuer war schon über unseren Fahrweg gesprungen und zwei Häuser standen an der Brandschneise. Letztendlich kamen kein Haus oder Person zu Schaden, aber ihr könnt euch anhand der Bilder vorstellen, wie knapp es war. Ich schätze, dass zum Schluss 4 Feuerwehrwagen da waren, um das Feuer einzugrenzen.

Die Brandgefahr ist in der Umgebung von Santiago im Sommer extrem hoch, da durch die Hitze alles vertrocknet, und ein kleiner Funke genügt. Heute kommentierten wir noch, dass auch sehr davon abgeraten wird, das Unkraut mit einem Trimmer mit Klinge zu schneiden, da der Funkenschlag, wenn die Klinge auch einen Stein trifft, schon ein Feuer auslösen kann.

25. Dezember 2008

Frohe Weihnachten - Feliz Navidad

Susanne und Michael haben mir ein Gedicht von Hermann Hesse geschickt, das mir sehr, sehr gut gefällt:
Weihnachten
Ich sehn' mich so nach einem Land
der Ruhe und Geborgenheit
Ich glaub', ich hab's einmal gekannt,
als ich den Sternenhimmel weit
und klar vor meinen Augen sah,
unendlich großes Weltenall.
Und etwas dann mit mir geschah:
Ich ahnte, spürte auf einmal,
daß alles: Sterne, Berg und Tal,
ob ferne Länder, fremdes Volk,
sei es der Mond, sei's Sonnenstrahl,
daß Regen, Schnee und jede Wolk,
daß all das in mir drin ich find,
verkleinert, einmalig und schön.
Ich muß gar nicht zu jedem hin,
ich spür das Schwingen, spür die Tön'
ein's jeden Dinges, nah und fern,
wenn ich mich öffne und werd' still
in Ehrfurcht vor dem großen Herrn,
der all dies schuf und halten will.
Ich glaube, das war der Moment,
den sicher jeder von euch kennt,
in dem der Mensch zur Lieb' bereit:
Ich glaub, da ist Weihnachten nicht weit!

Hermann Hesse (1877-1962)

Jedes Jahr wieder ist Weihnachten ganz anders als in Deutschland. Temperaturen tagsüber bei ca. 32ºC, die Sonne knallt heftig, und gestern abend konnten wir - Alexandra, Sven und ich - bis nach Mitternacht auf der Terrasse sitzen. Und ausser dem Wasser, das durch den Kanal auf meinem Grundstück lief, ist kein Geräusch zu hören (wenn die Hunde nicht gerade bellen), und um uns ist es stockfinster, aber mit einem herrlichen Sternenhimmel.

Wir wollten ursprünglich Heiligabend bei Ali und Sven verbringen, wegen deren Kinder, sie haben sich aber dann zum Ortswechsel bereit erklärt, nachdem am 23.12. bei mir eingebrochen wurde. Ein Fenster und drei Rollläden kaputt, so gut wie nichts geklaut, und wir sind immer noch nicht sicher, wie der/die Einbrecher ins Haus gekommen sind. Denn das Loch im Fenster ist nicht sehr gross, alle scharfkantigen Scherbenreste waren noch am Fensterrand und auf dem Heizkörper, und die Scherben auf dem Boden waren nicht zertreten. Vorsichtshalber habe ich mal die Türschlösser ausgetauscht, denn es kann natürlich sein, dass einer der Bauarbeiter sich rein zufällig eine Kopie eines Schüssels gemacht hatte. Auf jeden Fall haben sie nicht viel mitgenommen (ein bisschen Schmuck und eine Uhr). Da Carmen, meine Putzfrau, an diesem Nachmittag kam, nehmen wir an, sie hat sie überrascht. Denn es war nicht ihr normaler Arbeitstag.

Gut, dass ich jetzt gerade über zwei Wochen Urlaub habe, denn so lange das Fenster nicht wieder heil ist, werde ich nicht ohne weiteres das Haus verlassen können. Carmen kommt so lange zum Glück 3x in der Woche, so dass ich zumindest an diesen Tagen weg kann. Aber ich möchte ja so und so mein Haus fertig einrichten, d.h. die bisherige Rumpelkammer (das Arbeitszimmer) und mein Schlafzimmer.


Im Condominio haben wir letztes Wochenende eine Weihnachtsfeier für die Kinder der Nachbarn und Mitarbeiter organisiert. Vor zwei Jahren gab es ausser Nicolas, so weit ich weiss, noch kein Kind hier (er war zu der Zeit vor allem in den Sommerferien ziemlich einsam), inzwischen kommen aber 15 Kinder zusammen. Viele davon sind im Alter von 1 - 3 Jahren, so dass diese Altersklasse richtig viele Freunde im Cobijo haben wird.

Die Reaktionen auf den Weihnachtsmann waren auch unterschiedlich: Teresita voll Vertrauen.





Aber Pascal will doch gleich wieder zurück zu seiner Mama.

Und ein Abendfoto von den Anden zum Abschluss:


17. November 2008

Frühling in El Cobijo

Ab September wird es wärmer in Chile und ich habe dieses Jahre nach der Rückkehr aus Deutschland die Sommerzeit herbeigesehnt, um nach der Arbeit noch Tageslicht zu haben und den Garten geniessen zu können. Denn der Espino blüht mit kleinen gelben Kugeln, und ist auf meinem noch wenig angelegten Grundstück der erste, aber verbreitete Farbkleks. Die Hunde haben meine Abwesenheit dazu genutzt, Streuner zu werden und tagtäglich den Berg hinterm Haus erkundet. Ich habe ihnen dann erst einmal das Loch im Zaun verschlossen, sie sind damit (zwangsweise) deutlich häuslicher geworden, auch wenn sie die Neugier immer wieder Ausbruchversuche machen lässt, d.h. ich schliesse immer mal wieder Löcher im Zaun.
Mit den jetzt schon sommerlichen Temperaturen sind sie während des Tages allerdings ruhiger - Frida auf dem Rücken (schamlos, oder ??) - sie geniessen den kühlen Rasen - oder sie lassen sich mit Knochen verwöhnen.


Wenn es kühler wird, toben die drei Weiber gerne durch den Garten, Tina schmeisst sich auf den Rücken, die zweite zerrt an ihrem Halsband und die dritte zwickt ein Hinterbein. Und plötzlich fegen sie alle nacheinander durch den Garten. Dingo hält sich bei diesen Frauenraufereien meist raus - er ist halt ein Jahr älter und damit schon viel reifer.Frida und Tina haben gerade ihren ersten Geburtstag hinter sich, Ema fehlt noch ein Monat.

2 Tage in Niebüll

Mutti und Papa holten mich dann ab in Stade, und wir fuhren weiter nach Nordfriesland.

Am Fähranleger in Glückstadt begrüsste uns die Entenparade:





In Husum haben wir uns das erste Krabbenbrötchen gegönnt. Den Fisch haben wir in den nächsten Tagen so und so noch genossen, es gibt immer einige "Pflicht"-Essen, wie frische Matjesfilet und Scholle.

Am 16. September haben wir eine Radtour gemacht durch die Köge nach Dagebüll ans Meer. Ist der Aufenthalt in Niebüll auch noch so kurz, einmal muss man ja zur "Bude", das Badehäuschen der Familie. Und es gab noch eine abgehärtete Frau, die im Wasser war - uns war es schon deutlich zu kalt, brrrh.
Ein besonderes Erlebnis war für mich der plötzliche Ruf: "Weg von den Schienen, die Lore kommt." Von Dagebüll gibt es Schienen rüber zur Hallig Oland, sie werden gerade erneuert, und auf dem alten Schienenstrang kam die Lore angedüst. Und ich kann mich nicht erinnern, jemals die Lore gesehen zu haben, trotz all der Ferien, die wir im Norden vebracht haben.

Und am 17. September haben wir den 99. Geburtstag von Oma mit ihr im Altersheim gefeiert. Es war ein richtig schöner Tag, Oma war gut gelaunt und richtig fit, so dass wir alle den Tag fröhlich und mit viel Lachen geniessen konnten.

15. November 2008

Ein Rückblick auf September

Ich sitze hier auf einem langweiligen Kongress und habe die Fotos von Deutschland mal wieder genossen und mich erinnert. So dass ich euch ja auch mitleben lassen kann.

Im September konnte ich wegen einer Tagung der lateinamerikanischen Händler nach Deutschland reisen, und fast noch zwei Wochen Urlaub anhängen. Für mich war es ein ideales Datum, da Oma am 17. September 99 Jahre alt wurde, ich dabei sein konnte und somit auch wieder mal nach Niebüll kam.

Anke war zu diesem Zeitpunkt noch hochschwanger. Da ich ja auch zum Zeitpunkt der Geburt von Flora in Deutschland war, frotzelten wir schon, dass sie sich mit der Geburt beeilen muss, damit ich sie noch miterlebe, denn Termin war 2 Tage nach meinem Abflug. Ich habe Jona aber nicht mehr kennengelernt, denn er wurde geboren, als ich im Flieger nach Madrid sass, schon auf dem Heimweg nach Chile.





Bilder von meiner Reise in den Norden Deutschlands:
Auf dem Weg nach Niebüll habe ich Zwischenstation in Stade bei Gaby, Peter, Svenja und Erik gemacht. Wir hatten uns schon einige Jahre nicht mehr gesehen, so dass wir die Tage genossen haben, mit:














Einem Strandspaziergang in Cuxhaven















Lecker Eis - gell, Erik??














Einem Segelrundflug über Stade und der Elbe - leider mussten Erik und Svenja unten bleiben, Erik ist noch zu jung als Pilot.



Für mich wurde es dann allerdings Ernst und ein schönes, wenn auch kurzes Erlebnis, denn die Thermik war nicht gut.



























Telleressen????









30. Juni 2008

Unser Wasserreservoir

Unsere Lagune im Condominio, offiziell das Reservoir für die Bewässerung der Pflanzen und Bäume, in Zukunft eventuell auch mal "schiffbar", hat auch noch keine Fische, aber eigentlich fehlt nur die Parkbank.

26. Juni 2008

Und schon wieder sind drei Wochen rum

Ich habe mein Auto dann zu meinem Geburtstag bekommen, was natürlich ein Bomben-Geschenk an mich selbst war. Somit hatte es dann auch schon sein Nummerschild, und ich bin jeglicher Diskussion aus dem Weg gegangen, dass man zwar ohne Nummernschild fahren darf, jedoch sich auf den gebührenpflichtigen Autobahnen nicht von der Polizei erwischen lassen darf, da das Auto ja von den automatischen Mautstationen ohne Nummernschild nicht erfasst werden kann. D.h, die Autobahngesellschaft kann einem keine Rechnung schicken. In der chilenischen Realität fahren zwar fast alle neuen Autos ohne Nummernschild auf der Autobahn, da ja die Polizei so und so nicht kontrolliert, aber ein Strafzettel wäre noch ein schöneres Vorgeburtstagsgeschenk gewesen.

Das Auto ist ein Subaru New Impresa 1.5, knallrot, hat einen Boxermotor und ständigen 4-Rad-Antrieb, 107 PS, und er gefällt mir sehr gut. Vor allem auf ungepflasterten Strassen ist er sehr laufruhig. Und ich muss immer aufpassen, dass ich nicht zu sehr über die 120 km/h herausschiesse, die hier auf der Autobahn erlaubt sind.


Am 14. Juni haben wir meinen Geburtstag mit ca. 12 kg Fleisch auf dem Grill, Kartoffelgratin und vielen Salaten gefeiert. Wir hatten herrlichstes Wetter, und da ich schon ab mittags eingeladen hatte, konnten wir den ganzen Nachmittag im T-shirt draussen verbringen. Ab 17:00 Uhr wird es dann aber schnell richtig kalt, ab 6 Uhr ist ja auch dunkel, woraufhin nur noch einige Gäste noch blieben. Diesmal habe ich mir auch den Luxus erlaubt, das Carmen mir mit dem Abwasch und hin- und herräumen geholfen hat, denn sonst ist eine solche Fete als alleinige Gastgeberin doch anstrengend.
Meine Beschäftigung am letzten Wochenende habe ich schon Eike erzählt, ich werde sie einfach wiederholen:

Ich habe am Wochenende mit meiner Speisekammer gekämpft, d.h. ich habe die Regale angebracht. Da wir ja Ytong-Wände haben, hatte mir Beate Anfang des Jahre spezielle Fischerdübel mitgebracht, die man, wenn man das Loch gebohrt hat, noch mit dem Hammer reinschlagen muss, damit sie sich in dem weichen Material verhaken. Tja, entweder ist frau sehr schwach (mir tat der Arm schon nach einem Dübel weh) oder die Ytong-Wände sind hier härter, da sie ja wegen der Hitze + Erdbeben eine andere Zusammensetzung haben als in Deutschland. Auf jeden Fall habe ich fünf von acht Dübeln reinbekommen, und in die anderen Löcher dann doch normale Dübel gesteckt. Und von den fünf Fischerdübeln waren 2 scheinbar nach innen hin so verformt, dass ich hinterher die Schraube nicht ganz reindrehen konnte.
Das Resultat: Das Regal hängt, sieht gut aus, ich musste jedoch die Wand mit Spachtelmasse und Farbe retouschieren, damit man die verfehlten Hammerschläge nicht mehr so sieht ! :-) Und ... ich werde für die Weinflaschen doch ein Regal kaufen, dass ich unter das unterste Brett schieben kann.

Ansonsten hatte ich Besuch von der Behörde für das Abwasser (die das Abwassersystem abgenommen hat), vom Gaslastwagen (da ich kein Gas mehr hatte und schon mit meinem gusseisernen Ofen heizte), von einer Freundin (mit der ich schön gekocht und gut gegessen habe) und von einer angehenden Landschaftsgärtnerin + einem Rasenspezialisten. Diese beiden wollen mir einen Kostenvoranschlag für meinen Garten machen. Über Langeweile konnte ich mich nicht beklagen! Puh!

Den Kostenvoranschlag für den Garten rund ums Haus habe ich auch schon bekommen. Und es ist finanzierbar, so dass ich wahrscheinlich am Sonntag noch einmal die Einzelheiten abklären werde und dann wohl bald tatsächlich Rasen um das Haus haben werde (neben anderen Pflanzen). In einer zweiten Phase werden dann der vordere Teil des Grundstückes und die Obstbaumplantage drankommen.

Bis bald!

4. Juni 2008

Anfang Juni

Der Ort Chaitén und die Gegend 50 km um den Vulkan sind immer noch evakuiert, die Einwohner dürfen erst in zwei Monaten wieder zurück. Inzwischen hat sich die Asche mit Regen vermischt, und es sollen auch einige Häuser vom Waser weggespült worden sein.

Laut Wikipedia ist übrigens erst 1994 festgestellt worden, dass der "Hügel Chaitén" ein Vulkan ist, der dann Chaitén genannt wurde. Ich nehme an, das erklärt, warum er so schwer auf der Landkarte zu finden ist. Er liegt nur 10 km ausserhalb des Ortes Chaitén, der ca. 4000 Einwohner hat(te).

Auch in Santiago ist der Regen eingezogen. Alle Befürchtungen, dass wir nach schon zwei "trockenen Wintern" wieder einen trockenen Winter bekommen würden, sind damit vom Tisch. Und heute durfte ich dann auch schon über die üblichen Pfützen springen, und beim Autofahren aufpassen, den Fussgängern keine Dusche zu verpassen. Es ist nicht überall so schlimm wie auf diesem Foto, aber es ist real.

Mein Haus ist bisher dicht, mit der Zentralheizung auch angenehm warm (welch Luxus hier!). Gestern haben mir beim Heimkommen die Hunde mit ihren ach so trockenen Pfoten die ganze Hose eingesaut, die somit in der Waschmaschine landen wird. Heute habe ich vorgebeugt und werde am Tor meine Regenhose anziehen! Wahrscheinlich eine gute Idee, da es heute deutlich mehr geregnet hat. Zwischen Ricardas und meinem Haus können wir uns auch nur noch in Gummistiefeln bewegen, die Matschbrocken bleiben so richtig schön an den Stiefeln hängen, und die wiegen dann .... tja, das Landleben ist schon unterhaltsam!

Und die Berge sind natürlich schon herrlich weiss. Bisher war es aber noch nicht wieder richtig sonnig und klar, um eines der Traumfotos mit den schneebedeckten Anden zu schiessen.


Seit dieser Woche ist es im Büro auch etwas ruhiger. Wir haben letzte Woche unseren grossen Kongress hinter uns gebracht - 4 Tage Stress und immer erst um Mitternacht zu Hause. Und am Freitag auch noch Smogalarm, meine Autonummer endet mit "1", die Zahlen 1 und 2 waren zum Fahren gesperrt zwischen 7:30 und 21:00 Uhr. D.h., ich musste am Freitag vor 7:30 Uhr im Büro sein. Das war mir so gerade das richtige "Heimkommgeschenk" donnerstags nachts, als ich es im Radio hörte. Samstag nacht war nach dem Abbau Ende, und am Sonntag bin ich um 11:30 Uhr aufgewacht. Ich weiss nicht, wann mir das das letzte Mal passiert ist, dass ich so lange durchgeschlafen habe.

Und die gute Nachricht dieser Woche: Ich kratze gerade mein Geld zusammen, denn ich werde mir zum Geburtstag ein neues Auto "schenken". Bzw. schenke müssen, da mein Auto in letzter Zeit zu gerne in der Werkstatt ist. Mal sehen, ob es klappt, dass ich es am Samstag schon kriege. Dann stelle ich es euch vor (mehr wird noch nicht verraten). Die Gebrauchtwagenpreise sind hier übrigens immer wieder ein Hammer. Ich bekomme für meinen 5 Jahre alten Corsa (brasilianische Fertigung) noch 50% des Neukaufpreises - und das vom Autohändler, der den Corsa in Zahlung nimmt.

5. Mai 2008

1300 km südlich von Santiago

Am letzten Freitag ist der Vulkan Chaitén ausgebrochen, nach 400 Jahren ohne Aktivität, und hat eine 20 km hohe Aschesäule ausgestossen. Er liegt im nördlichen Teil von Patagonien, betroffene Orte sind Chaitén und Futaleufú (wo Anke, Stefan und ich auf unserer Carretera Austral-Tour waren). Beide Orte sind mit einer dicken Ascheschicht zugedeckt, der Grossteil der Einwohner wurde evakuiert, Fotos zeigen die Menschen nur mit Atemschutzmaske, die Gegend ist Katastrophengebiet erklärt worden.
Einige Bilder:







28. April 2008

Ende April


Es ist hier endgültig der Herbst eingezogen, und ich habe am vergangenen Samstag die Heizung angemacht. Seitdem bin ich "die glücklichste Frau auf Erden" - was es so ausmachen kann, wenn endlich mal die Wohnung nicht kälter ist als die Luft draussen. Ich war das gar nicht mehr gewöhnt und fing schon wieder an, den Fleece anzuziehen, wenn ich ins Haus hineinging (statt umgekehrt).

Ich habe einige ereignisreiche Wochen hinter mir mit viel Arbeit, neuen Aufträgen, Organisation einer Vortragsserie eines deutschen Zahnarztes; die nächsten Wochen bis Ende Mai wird es noch vollbeschäftigt weitergehen.

Inzwischen bin ich auch Präsidentin unseres Condominios (der Wohnanlage), zum Glück mit einigen Mitstreitern im Direktorium. Aber nur so lernt man die chilenischen Eigenheiten und Rechtsprechung am besten, und es macht Spass, ein solches "Unternehmen" zu betreuen.

Aber ich geniesse mein "Landhaus", morgens haben wir schon oft Nebel, aber zur Zeit noch das Glück, im Hellen zu fahren. Vor der Zeitumstellung war es schon echt übel, im Dunkeln loszufahren. Und bald ist es wieder soweit.

Ein Gewitter hatten Ricarda und ich ja schon erlebt - ohne Schäden am Haus -, und es gibt hier wirklich kaum Gewitter. Und gestern abend hat es heftig gestürmt, so dass ich nachts noch die Blumentöpfe in Sicherheit gebracht habe. Aber es hat endlich geregnet, was der Luftqualität sehr zugute kam.

Ich schicke euch noch ein Foto von einer Mitbewohnerin meines Grundstücks, zum Glück nicht des Hauses !! Ema schaute sie auch neugierig an, aber traute sich nicht dran.


Bis bald mal wieder !

14. März 2008

Alle unsere Hunde

Letztendlich haben wir jetzt vier Hunde:

Dingo - ein zugelaufener Rüde, Alter wohl noch unter einem Jahr, aber wir wissen es nicht genau. Sehr verschmust, duckt sich immer sofort, wenn er merkt, dass er etwas falsch gemacht hat, etwas feige, ein guter Kaninchenjäger. Und sehr insistent, bis er endlich dableiben durfte. Anfangs habe ich morgens immer mal wieder Knochen, einen Kuhkopf, den Unterschenkel einer Kuh, Kaninchenreste von meinem Parkplatz entsorgen dürfen, bis er endlich erreicht hatte, dass ich ihn füttere ...

Ema - die jüngste, jetzt 3 Monate alt. Ihre Mutter ist ein ganz schwarzer Labrador, der Vater ein schwarzer Strassenhund mit viel Labrador-Ähnlichkeit, aber aufgrund der Farbe muss ja wohl noch eine andere Hunderasse mit im Spiel sein. Sie hat schöne helle Augen, ist sehr verspielt, beisst an allem rum, was ihr so schmeckt und kann laut fiepen wir ein aufgespiesstes Schwein, wenn sie vom Essen weggezogen wird. Es ist beachtlich, wie schnell sie wächst und welche Verfressenheit sie an den Tag legt.


Frida - ruhiger, aber man sollte immer aufpassen, da sie gerne an einem hochsteigt, und wenn man sitzt, gerne schleckt. Sie und ihre Schwester Tina haben das Bellen bei ihrem vorherigen Zuhause durch die dortigen Hunde gelernt, so dass sie immer die ersten sind, die losrennen und bellen.


Tina, die Hündin von Ricarda, reisst zusammen mit Dingo gerne aus. Wenn wir also nachmittags nach Hause kommen, und sie sind nicht da, haben wir mal wieder eine Lücke im Zaun. Auf ihrem letzten Ausflug haben sich sie und Dingo den Magen verdorben. Der kann vielleicht gluckern, und Hunde können vielleicht pfurzen !!!

Mondfinsternis am 20. Februar


Um Mitternacht am 20. Februar war Mondfinsternis. Wie ihr sehen könnt, habe ich fast durchgehalten, aber dann wurde mir doch zu kalt draussen und ich bin ins Bett, bevor ich im Gartenstuhl einschlafe.

8. Februar 2008

Mami, ¿que nombre me pondrás?


Darf ich euch unsere Hunde vorstellen? Die linke ist meine, die rechte Ricardas. Sie sind erst in ca. Wochen bei uns, und noch haben sie auch keine definitiven Namen. Beide Hündinnen sind ca. 4 Monate alt.

1. Februar 2008

Nach langer Zeit mal wieder

Nach einem Monat und einem Tag mal wieder ein Eintrag. Vor lauter Urlaub und Umzug kam ich leider nicht mehr dazu.
Und somit noch eine Nachlese mit einigen Fotos aus dem Urlaub mit Beate:


Der Nationalpark Huilo-Huilo

und unsere Wanderung:


Der Blick von Puerto Varas zum Vulkan Osorno am 31. Dezember


und fast klar am 1. Januar 2008.


Die Pinguinkolonie bei Ancud auf Chiloé:


Der Strand bei der Reserva Nacional Chiloé auf der Höhe von Chonchi.


Der Ginster blühte in voller Pracht.


Die Kirchturmspitze von Tenaún:


Und die Sicht von Frutillar über den See Llanquihue auf die Vulkane Puntiagudo, Osoro und Tronador (von links nach rechts).